In der heutigen wettbewerbsintensiven Fertigungslandschaft werden Erfolgskriterien zunehmend durch Produktivität, Zuverlässigkeit und Effizienz bestimmt. Fertigungsstrategien, die Zykluszeiten reduzieren und dabei Standzeit und Prozesssicherheit gewährleisten, sind nicht mehr optional, sondern unerlässlich. Zu diesen Strategien gehört das Hochvorschubfräsen (High Feed Milling, HFM), das sich als eine der effektivsten Lösungen etabliert hat. ISCAR hat mit bewährten Systemen wie LOGIQ4FEED, NEOFEED, SOLID-FEED und MULTI-FEED MASTER eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung und Industrialisierung dieser Technologie eingenommen.
Das traditionelle Fräsverfahren unterscheidet sich grundlegend vom Hochvorschubfräsen durch eine große axiale Schnitttiefe (Zustellung). Stattdessen wird beim Hochvorschubfräsen mit einem flachen Anstellwinkel (meist zwischen 10° und 20°) mit sehr geringen Schnitttiefen bei gleichzeitig extrem hohen Vorschüben gearbeitet. ISCARs Hochvorschubfräser LOGIQ4FEED und NEOFEED Wendeplattenfräser sind genau für diese Anforderungen entwickelt und machen aus einem scheinbar „leichten Schnitt“ einen hochproduktiven Bearbeitungsprozess.
Der flache Anstellwinkel ist der Hauptgrund, warum Hochvorschubfräsen das traditionelle Fräsen übertrifft, denn der Großteil der Schnittkraft wirkt axial – also in Richtung der Spindel und nicht radial in Richtung des Werkzeugs. Dadurch werden vor allem bei langen Auskragungen die Vibrationen und Abdrängung reduziert. Gerade in solchen Situationen zeigen sich die Schwächen klassischer Fräskonzepte besonders deutlich.
Trotz geringer Schnitttiefe erzielt Hochvorschubfräsen hohe Zeitspanvolumina (cm³/min). Da eine kontinuierliche Spanverdünnung auftritt, muss der Vorschub pro Zahn erheblich erhöht werden im Vergleich zu den Werten konventioneller Prozesse. Systeme wie LOGIQ4FEED mit vier Schneiden pro Wendeplatte (WSP) sorgen dabei für eine hohe Wirtschaftlichkeit. Schnellere Bearbeitungszeiten, bessere Spindelauslastung und gesteigerte Gesamteffizienz machen ISCAR Hochvorschubsysteme besonders interessant für Unternehmen, die ihre Produktivität steigern müssen, ohne in neue Maschinen zu investieren.
Auch bei der Werkzeugstandzeit überzeugen ISCAR Hochvorschubsysteme: Wendeplatten aus fortschrittlichen Hartmetallsorten wie IC808, IC830, IC840, IC882 und IC5820 mit schlagzähem Substrat und verschleißfesten PVD-/CVD-Beschichtungen sind speziell für hohe Schnittgeschwindigkeiten und thermische Belastbarkeit ausgelegt. Da die Schnittkräfte gleichmäßig verteilt werden, erfolgt der Verschleiß langsam und kontrollierbar. Plötzliche Schneidkantenausbrüche oder versagen, wie sie beim konventionellen Fräsen beispielsweise durch Schneidkantenausbröckelungen oder Spannungsrisse auftreten können, werden deutlich reduziert. Daraus ergeben sich eine bessere Prozesssicherheit und konsistente Ergebnisse über den gesamten Werkzeuglebenszyklus.
Die Vorteile treten besonders beim Zerspanen schwieriger Werkstoffe hervor. Gehärtete und rostbeständige Stähle, hochhitzebeständige Superlegierungen wie Inconel oder René-Legierungen sowie Titan-Legierungen und Werkzeug- oder Formenbaustähle stellen hohe Anforderungen an konventionelle Fräsverfahren. ISCAR Hochvorschubfräser – speziell LOGIQ4FEED für Stahl und Edelstahl, sowie NEOFEED für zähe Legierungen – erlauben auch bei diesen Werkstoffen höchste Produktivität, ohne die Werkzeugstandzeit zu kompromittieren. Gerade in den Branchen Luftfahrt, Formenbau und Energietechnik sind diese Vorteile von großem Nutzen.
Auch bei komplexen Bearbeitungsaufgaben zahlt sich das Hochvorschubfräsen aus: Taschen-, Rampe-, Bohrzirkular- oder 3D-Konturfräsen profitieren von der reduzierten Werkzeugbelastung durch die geringe Schnitttiefe bei hohem Zahnvorschub für maximale Effizienz. Dafür sind ISCAR Hochvorschubfräser mit optimierter Geometrie für sanftes Eintauchen (Rampefräsen) und Mehrachsenbearbeitung ausgelegt. So lassen sich auch komplexe Taschen und kritische Geometrien mit hoher Geschwindigkeit und geringem Werkzeugbruchrisiko fertigen – Bereiche, in denen konventionelle Prozesse häufig mit sehr konservativen Parametern, hoher Werkzeugbelastung und hohem Zeitaufwand fahren.
Natürlich hat auch das konventionelle Fräsen weiterhin seine Berechtigung, insbesondere bei Bearbeitungen mit hoher Schnitttiefe, geringer Schnittbreite und bei der Schlichtbearbeitung, wo sehr feine Oberflächen erreicht werden müssen. Im Bereich Schruppen und Vorschlichten, wo Geschwindigkeit, Stabilität und Effizienz entscheidend sind, sind ISCAR Lösungen wie LOGIQ4FEED, NEOFEED und verwandte Hochvorschubsysteme den klassischen Fräswerkzeugen klar überlegen.
Durch die Kombination intelligenter Werkzeug Geometrien, fortschrittlicher Schneidstoffe und gezielter Kontrolle der Schnittkräfte hat ISCAR das Hochvorschubfräsen zu einer robusten und hocheffizienten Bearbeitungsstrategie gemacht. Richtig angewendet bedeutet das: Kürzere Zykluszeiten, längere Standzeiten und höhere Prozesssicherheit. Für Fertigungsbetriebe, die ihren Wettbewerbsvorteil vergrößern wollen, ist das Hochvorschubfräsen mit ISCAR nicht nur eine Alternative zum konventionellen Fräsen – es ist der intelligentere Weg für maximale Produktivität.